Hoerli/ Dezember 26, 2017/ Android, FireTV, Smartphone, Sonstiges, Tablet

Keine Lust mehr auf nervige und teilweise sogar gefährliche Werbung auf deinem Android-Gerät?
Mit AdGuard bekommst du einen systemweiten AdBlocker, welcher ganz ohne Root-Rechte aus kommt.
Doch was liefert die App? Das gibts hier im Test!

AdGuard gibt es nicht bei Google Play, denn Google möchte keine AdBlocker im Play Store haben, welcher sich auf das gesammte Androi-System auswirkt – als größte Werbeplattform im Internet verständlich. AdBlock für Browser sind hingegen erlaubt.
Daher muss AdGuard von der Herstellerseite direkt heruntergeladen werden. Die App kostet einmalig Geld und wird dann mit lebenslangen Updates versorgt.

Die Installation ist denkbar einfach und man wird mit ein paar Klicks durchgeführt.
Nachdem die App installiert ist und man sie zum ersten mal startet, möchte die App ein CA-Zertifikat installieren, um eine lokale verschlüsselte VPN-Verbindung zu errichten.
Warum?
AdGuard arbeitet wie eine VPN auf dem Gerät. Daher wird sämmtlicher Internetverkehr über die App geleitet, analysiert und anschließend die Werbung blockiert.
So kommt die App ganz ohne Root-Rechte aus.
Es sollte daher unbedingt das Zertifikat installiert werden.
Ist dies getan, baut die App direkt eine Verbindung mit der VPN auf.
Jetzt ist AdGuard einsatzbereit.

Bevor man aber direkt das Surfen beginnt, sollte man in die Einstellungen.
Unter Allgemein findet man die notwendigen Einstellungen für Benachrichtigung und Updateintervall der App. Dort lassen sich auch Einstellungen exportieren und importieren.

Im Bereich Werbeblocker findet man alle Filter, welche zum Blocken der Werbung eingesetzt werden können. Dort sind die bekanntesten zu finden (z.B. Easy-List und uBlock).

Bei Internet-Sicherheit können noch Phishing- und Malware-Filter aktiviert werden.
Ein wichtiger Punkt ist HTTPS-Filterung. Denn dieser sollte eingeschalten werden, damit auch die über https abgerufenen Werbeanzeigen geblockt werden können.
Eine genaue Erklärung wie und was getan werden muss / soll, zeigt die App an. Das ist gut und für Anfänger verständlich.

Wer gerne auf Webseiten die Werbung gestatten möchte (wie z.B. auf AppCheck), kann eine Whitelist oder Benutzerdefinierte Listen anfertigen und dort Freigaben tätigen.

Wer ein Proxyserver besitzt, kann diesen ebenfalls in der App hinterlegen, um z.B. noch besser Werbung zu filtern, oder in Firmennetzwerken wieder online gehen zu können. Auch erlaubt die App, über das TOR-Netzwerk sich zu verbinden.

Tiefergreifende Einstellungen zur App, gibt es bei den Einstellungen. Dort kann mit Root-Rechten z.B. der Port des VPN-Servers geändert werden oder der Updateintervall der App verändert werden.

Nachdem alles Eingestellt wurde, können wir zurück auf den Startbildschirm und die App aktivieren.
Im unteren Bereich werden nun Statistiken aufgelistet, wie viel Bandbreite man eingespart hat, die blockierten Anzeigen oder wie viel Bedrohungen blockiert wurden.
Sollten wir AdGuard nicht benötigen, können wir mit einem Klick die VPN + Schutzfunktion im oberen Teil abschalten.

Solange AdGuard aktiv ist, erscheint oben in der Statusleiste nun ein Schlüssel. Das ist die aktuell aktive VPN-Verbindung. Fahren wir die Liste nach unten, zeigt es auch dort die Statistiken an.
Diese Infos sollten aktiv bleiben, da ansonsten Android die App in Schlafmodus versetzt und der Schutz damit unterbrochen wird. Man sollte daher den Schlafmodus für die App unterbinden, soweit dies in den Systemeinstellungen eingestellt werden kann.

Wie ist nun der Schutz? Bekommt man nun keine Werbung mehr?
Nun, ich hätte mir mehr Erwartet.
Nach meiner Testphase sind mir immer noch sehr viele Werbebanner oder Videoclips gezeigt worden.
Einiges wurde allerdings gefiltert – so zeigen die Statistiken mir es jedenfalls an.
Ich habe nach 3 Tagen Nutzung schon knapp 80MB an Traffic eingespart. Ob das wirklich stimmt, lässt sich aber nur schwer nachvollziehen.
In einigen Apps wie Browsern oder auf Spielen funktioniert der AdBlock super. Dort werden keine Werbeanzeigen mehr geladen.
In anderen Apps wie z.B. YouTube oder SoundCloud werden dennoch Werbevideos geladen.
Das Problem dort liegt wahrscheinlich auch an der HTTPS-Verschlüsselung, da die Werbung nicht korrekt gefiltert werden kann.
Apps die also die Werbung selbst oder komplett verschlüsselt übertragen, können eventuell den Filter austricksen.
An den Filtern direkt kann es nicht liegen, da die selben am PC verwendet werden und dort die Werbung ausgeblendet wird.

Eigene Filter können auch nicht hinzugefügt werden. Dort müssen wir uns mit den vorgegeben begnügen.
Ein kosmetischer Filter gibt es nicht. Daher findet man beim Surfen oft größere leere Flecken auf Webseiten, an denen der Werbebanner blockiert wurde.

Im ganzen arbeitet der Filter also nicht so effektiv, wie ich das erhofft hatte.
Zwar funktioniert der Filter im Prinzip recht gut, durch fehlende Root-Rechte können die Filter aber zum Teil nicht tief genug eingreifen und alles blockieren.
Zudem kostet die App auch noch – wenn auch einmalig – Geld, was vor der Nutzung abeschreckt.
Wer möchte kann die App aber immerhin 7 Tage komplett kostenlos testen. In der Testversion sind aber nicht alle Funktionen freigeschaltet.

Positiv ist mir auch die kleine Firewall aufgefallen. Denn man kann Apps erlauben, über das WLAN oder mobile Internet online zu gehen oder auch nicht.
Auch kann man dort filtern, ob eine App die VPN nutzen soll oder direkt ins Netz darf.

Gibt es etwas besseres?
Wer Root-Rechte besitzt, sollte sich AdAway anschauen.
Filter können dort frei angepasst werden und die zu blockierenden URLs, werden direkt in die IPTables geschrieben. Damit kommt keine App an den Filtern vorbei.
AdAway blockiert damit effizienter Werbung und ist zudem komplett kostenlos + Open Source.

Wie starkt wird der Akku beansprucht?
Es ist tatsächlich in einem akzeptablen Bereich.
Es arbeitet eine App dauerhaft im Hintergrund, es wird daher immer etwas mehr Strom benötigt. Die läuft aber sehr sparsam und die Laufzeit nicht extrem beeinträchtigt. Eine Minutenangaben will ich nicht treffen, da dein Akku eine andere Größe und Lebensdauer hat, als meiner.
Ein paar Minuten weniger sind es aber am Ende des Tages, dafür aber keine Stunden.
Ein Samsung-Smartphone gibt ein Akkuverbrauch von 0,2% im Durchschnitt für 7 Tage an. Ob das korrekt ist, lässt sich aber anzweifeln.
Wichtig dabei ist aber, das die Akkuverwendung in den Systemeinstellungen angezeigt wird, nicht stimmt. Die App agiert als Schnittstelle fürs Internet und muss immer Arbeiten. Daher wird der App alles angerechnet, was ansonsten System-Apps angerechnet werden, welche in der Statistik ausgeblendet werden.

Ist die App empfehlenswert?
Auf jeden Falls, soweit du dein Gerät nicht rooten möchtest. Somit sparst du dir viel Werbemüll. Sie kostet zwar ein paar Euro, aber dafür werden deine Nerven nicht so strapaziert, wenn man wieder ein Werbevideo aufpopt 😉
Hast du Root-Rechte, dann greif zu AdAway.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Download der App:

>> AdGuard Webseite

 

Zum Abschluss aber noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache.
Werbung nervt und verunstaltet gerne Webseiten oder Apps und die Erfahrung damit. Sie verbraucht Bandbreite, die man vor allem im mobilen Netz nicht unbegrenzt nutzen kann.
Werbung wird aber auch genutzt, um Projekte wie z.B. AppCheck am Leben zu erhalten.
Daher sollte man AdBlocker mit Bedacht einsetzen.
Hilf Projekten unabhängig zu bleiben, indem du diese auf die Whitelist setzt 🙂

Share this Post

Über Hoerli

Heyho! Ich bin Hoerli :) Administrator in Autor von AppCheck. Wenn ich nicht gerade an etwas arbeite, zocke ich sehr gerne und hab oft den Livestream an (https://www.twitch.tv/hoerli)

Kommentar verfassen